Die 5 besten Geldanlagen für Kinder

Laut einer Studie des ehemaligen Bundesministeriums für Soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz betragen die direkten Kosten für ein Kind monatlich 500 Euro. Das gilt natürlich nur für ein Einzelkind, denn bei mehreren Kindern im Haushalt fallen diese Kosten aufgrund der Wiederverwertung geringer aus. Rechnet man diesen Betrag bis zum vollendeten 18. Lebensjahr hoch, ergibt sich daraus eine stolze Summe von 108.000 Euro. Beginnt der Nachwuchs danach noch ein Studium oder eine Ausbildung, erfordert auch dies die elterliche finanzielle Unterstützung.

Umso besser also, wenn für alle diese Ausgaben genügend Geld zur Verfügung steht und Eltern, Großeltern oder auch Paten in weiser Voraussicht Geld nicht nur gespart, sondern auch smart angelegt haben. In Zeiten der Niedrigzinsphase erfordert das Finden einer geeigneten Geldanlage für Kinder jedoch eine gründliche Recherche, denn der Klassiker Sparbuch bringt es heutzutage nicht mehr. In diesem Beitrag haben wir dir diese Arbeit zum Großteil abgenommen und zeigen dir, welche Investitionen für Kinder derzeit lohnenswert sind.

Worauf ist beim Sparen für Kinder zu achten?

Bevor wir uns die einzelnen Alternativen im Detail ansehen, sollten wir zuerst einen Blick auf die Faktoren werfen, die für die Auswahl der passenden Anlagen maßgeblich sind.

Risiko

Selbstverständlich sollte die Sicherheit bei einer Geldanlage für Kinder im Vordergrund stehen. Sparkonten, die zu den gesetzlichen Einlagensicherungen zählen, fallen in Zeiten niedriger Zinsen weg, da sie weder Renditen erzielen noch die Inflation ausgleichen. Im Grunde büßt das auf diese Weise angesparte Geld real an Wert ein.

Zumindest eine geringe Risikobereitschaft ist mitzubringen, wobei die Investition natürlich durch ausreichende Diversifikation zu schützen ist. Eine kluge Mischung aus renditestarken und risikoarmen Investitionen stellt daher den besten Weg dar.

Offene Kredite

Bevor du mit einer Geldanlage für Kinder beginnst, sollten zunächst eventuelle offene Kredite getilgt werden. Denn die Zinsen, die aus der Kapitalanlage erwirtschaftet werden, sind zu gering, um die hohen Kreditzinsen auszugleichen. Und wer möchte schon seinen Kindern Schulden hinterlassen?

Einmalanlage oder regelmäßig einzuzahlende Raten?

Sehen wir uns doch mal deine Ausgangsposition an: Möchtest du einen bereits vorhandenen, größeren Geldbetrag für dein Kind zur Seite legen, kleinere Geldgeschenke, die im Laufe der Zeit hereinkommen, sicher deponieren oder möchtest du jetzt beginnen gezielt zu sparen?

Für die letztere Option sind Sparpläne gut geeignet. In einen Sparplan kann nämlich regelmäßig ein selbstgewählter Betrag eingezahlt und so über Jahre eine stattliche Summe angespart werden. Bei bereits vorhandenen Summen lohnt sich hingegen eine fixe Investition. Zwar wird dann das Geld über einen längeren Zeitraum gebunden, ergibt im Endeffekt aber eine weitaus bessere Rendite. Beachte jedoch, dass das gesamte Geld nie in ein einziges Anlageprodukt investiert werden sollte (s. Diversifikation)!

Auf den eigenen Namen oder den Namen des Kindes sparen?

Einige Geldanlagen, wie etwa das Sparkonto, können offiziell dem Kind zugeschrieben werden. Diese Option birgt jedoch Pros sowie Contras:

Mündelsicherheit

Ist die Kapitalanlage mündelsicher, bedeutet dies, dass sie per Gesetz dem Kind gehört und nur für dieses verwendet werden darf bzw. von diesem, sobald es das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Nachteil dabei ist, dass das Geld ausschließlich nur für das Kind Verwendung finden muss. Würde man es, zum Beispiel aufgrund eines Notfalls, anderweitig nutzen wollen, gälte das als Betrug!

Steuervorteile

Läuft die Kapitalanlage auf den Namen des Kindes, gilt sie auch in steuerlicher Hinsicht als dessen Eigentum. Da das Kind üblicherweise sonst kein Einkommen bezieht, hat es neben dem Sparerpauschbetrag ebenso Anspruch auf einen Grundfreibetrag von jährlich 801 Euro, für welchen bei der Bank ein dementsprechender Freistellungsantrag gestellt werden muss.

Kontrolle

Ein Auszahlungsplan kann verhindern, dass das Kind, nachdem es das 18. Lebensjahr überschritten hat, das über Jahre angesparte Vermögen sofort verprasst. Nichtsdestotrotz haben Eltern bei Eintritt des Kindes in die Volljährigkeit keinerlei Einfluss mehr darauf, wofür das angesparte Vermögen verwendet wird.

Winston Churchill

So schön die Strategie auch ist, sollten Sie gelegentlich einen Blick auf die Ergebnisse werfen.

Welche sind die besten Geldanlagen für Kinder?

Tagesgeldkonto

Das Tagesgeldkonto ist eine einfache und vor allem auch eine flexible Lösung für Sparanlagen. Der Vorteil dabei ist, dass eine Mindesteinlage nicht vorausgesetzt wird. Auch die Höhe und Regelmäßigkeit der Einlagen obliegen allein der Entscheidung des Anlegers. So können beispielsweise Geldgeschenke von Verwandten ganz unkompliziert auf dem Tagesgeldkonto des Kindes deponiert werden. An dieser Stelle sollte jedoch erwähnt werden, dass eine solche Anlage lediglich als kurzfristige Variante sinnvoll ist und sich gut zur Überbrückung vor der Auszahlung eignet.

Alternative: Taschengeldkonto

Leider werden Tagesgeldkonten für Minderjährige nicht von allen Banken angeboten. Und wenn doch, dann sind die Konditionen schlechter als bei volljährigen Anlegern. Wenn dir also etwas daran liegt, dass dein Kind nicht nur das Sparen, sondern auch den richtigen Umgang mit Geld erlernt, schaue dich nach einem Kinderkonto – auch als Taschengeldkonto bekannt – um. Diese werden häufig mit kostenloser Kontoführung und weitaus attraktiveren Zinsen angeboten. Auf lange Sicht betrachtet, ist ein Kinderkonto im Vergleich zu einem Tagesgeldkonto auf jeden Fall rentabler.

Festgeldkonto

Das Festgeldkonto ist, wie der Name schon sagt, weniger flexibel als das Tagesgeldkonto, bietet dafür aber höhere Zinsen. Es eignet sich insbesondere für größere einmalige Einlagen, denn zu einem späteren Zeitpunkt kann kein weiteres Geld mehr auf das Festgeldkonto eingezahlt werden. Ebenso sollte man sich dessen bewusst sein, dass über die komplette Laufzeit hinweg kein Zugriff auf die angelegte Summe möglich ist. Somit empfiehlt es sich das Geld vorausschauend auf diese Weise abzulegen.

Zwar ist beim Festgeld bereits eine Laufzeit von einem Monat möglich, doch wirklich rentieren tut sich eine derartige Anlage erst nach etwa drei Jahren. Eine über fünf Jahre hinausgehende Laufzeit ist nicht empfehlenswert, da man in diesem Fall von keiner Zinsanhebung profitiert.

Banksparplan

Wenn du vorhast die Sparanlage deines Kindes in regelmäßigen Abständen zu füttern, ist ein Banksparplan eine gute Wahl. Dieser ist grundlegend einfach und allem voran sicher, sodass man sich keine Sorgen um Verluste machen muss. Anders als beim Wertpapierfonds, kann ein Banksparplan nicht ins Minus rutschen.

Da es sich hierbei um eine flexible Geldanlage handelt, kann die Laufzeit auf unbestimmte oder bestimmte Dauer festgesetzt werden. Nach Ablauf einer kurzen Sperrfrist, kann der Banksparplan ohne Weiteres gekündigt werden. Ferner gestaltet sich auch das Thema Zinsen relativ flexibel, abhängig davon, was man als Anleger erwartet bzw. nach welchen Prognosen man sich richtet.Wer sich beispielsweise für einen variablen Zinssatz entschließt, rechnet mit einem zukünftigen Börsenaufschwung. Trifft dieser nicht ein, büßt man Rendite ein.

Bei den derzeitigen Niedrigzinsen ist eine Festverzinsung durchaus erwägenswert. Dennoch sollte sich die Wahl der entsprechenden Variante nach den eigenen Vorstellungen zu eventuellen Zinsprognosen richten. Die Rendite, die man dann am Ende des Banksparplans erhält, ergibt sich durch die Boni, die nach Ablauf des Vertrags von der Bank ausgezahlt werden.

Alternative: Bausparvertrag

Selbstverständlich kann im Rahmen eines Vorsorgeprogramms für ihr Kind ebenso ein Bausparvertrag angedacht werden. Um eine 18-jährige Laufzeit zu erreichen, muss das Kapital dreimal für sechs Jahre gebunden werden. Der Vorteil dieser Geldanlage ist Sicherheit, dennoch muss mitbedacht werden, dass regelmäßig in den Bausparvertrag eingezahlt werden muss. Der Aspekt der Flexibilität ist hier also nicht gegeben.

Achte bei der Suche nach der passenden Offerte unbedingt auf die Konditionen und halte Ausschau nach einem Anbieter, der hohe Guthabenzinsen garantiert. Die Kapitalsumme sollte nicht zu hoch angesetzt werden, damit Abschlussgebühren und Ertrag in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen. Die Höhe der Sparsumme kann in den meisten Fällen im Verlauf der Jahre geändert bzw. erhöht werden.

Bausparverträge arbeiten in der Regel mit einem Bonuszins. Das bedeutet, du erhältst den besten Zins nur dann, wenn über die gesamte Laufzeit eingezahlt und auf das Bauspardarlehen verzichtet wurde. Zudem werden eine Mindestlaufzeit wie auch eine Mindestsparsumme vorausgesetzt.

Peter Ustinov

Der Sinn des Lebens besteht darin zu glauben, dass das Beste noch vor einem liegt

ETF-Sparplan

Natürlich sind auch Aktien eine wunderbare Option für Kinder, obwohl sich viele Menschen wegen der Schwankungsanfälligkeit von Wertpapieren nicht an die Börse trauen. Dennoch kann dieser Faktor durch einen langfristigen Anlagehorizont ausgeglichen und entscheidend höhere Renditen als mit risikoarmen Investments erwirtschaftet werden.

Der risikoärmste Weg zu den Aktien führt über die ETFs (Exchange Traded Funds), eine Art von Indexfonds. Dabei handelt es sich um passiv gemanagte Fonds, welche einen Index wie beispielsweise den ATX (Österreichischer Aktienindex) nachbilden. Wer in ETFs investiert, legt sein Geld automatisch in mehrere Aktientitel an und erhöht auf diese Weise die Risikostreuung. Außerdem sind die Gebühren für ETFs weitaus niedriger als für aktiv gemanagte Aktienfonds.

Zusätzlich lassen sich durch die Nutzung eines ETF-Sparplans Börsenschwankungen ausgleichen, da hier der sog. Durchschnittskosteneffekt, auch Cost-Average-Effekt genannt, zum Tragen kommt. Indem man regelmäßig in den Sparplan einzahlt, werden in einer Phase des Börsentiefs automatisch mehr Anteile gekauft, da sie günstiger sind. Während eines Börsenhochs ist dies hingegen umgekehrt, da hier die einzelnen Anteile teurer sind. Auf diese Weise kauft man über die Laufzeit hinweg zum Durchschnittspreis ein.

Doch wie gesagt: So ein ETF-Investment zahlt sich nur bei langfristigem Anlagehorizont aus. Dabei geht es darum, dass Anteile in Zeiten schlechter Börsenkurse nicht verkauft werden. Wer also kurzfristig für sein Kind sparen möchte, sollte sich lieber für eine andere Anlageoption entscheiden.

Junior-Depot

Ein Junior-Depot ist im Wesentlichen ein Bankkonto, welches Wertpapiere wie Aktien oder Fondsanteile enthält. Es wird im Namen des Kindes geführt und ist speziell auf Sicherheit ausgerichtet, weshalb spekulative, hochriskante Wertpapiere nicht aufgenommen werden.

Immobilien-Crowdinvesting

Eine mittelfristige und dennoch renditestarke Geldanlage ist das Immobilien-Crowdinvesting. Bei einer festen Laufzeit von einem bis fünf Jahren gibt es hier 5,0% bis 7,0% Zinsen pro Jahr. Ebenso wie die ETF-Anteile, fallen Crowdinvesting-Beteiligungen nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung.

Bei dieser Anlageform investiert eine größere Gruppe von Privatanlegern gemeinsam in Immobilienprojekte und stellt auf diese Weise ein sog. Mezzanine-Kapital zur Verfügung. Letzteres stellt eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital dar, welches Unternehmen zugeführt wird, ohne den Kapitalgebern Einflussnahmerechte zu gewähren, wie es bei echten Gesellschaftern der Fall ist. Nichtsdestotrotz haben damit die Privatanleger die Möglichkeit in eine Anlageklasse zu investieren, die sonst nur Großinvestoren zugänglich wäre.

In Hinsicht auf ein ausbalanciertes Portfolio, ist das Immobilien-Crowdinvesting also eine gute Option zur Vermögensstreuung. Ein Investment ist bereits ab einem Mindestanlagevolumen von 10 Euro möglich.  

Finger weg von Ausbildungsversicherungen!

Klarerweise ist ein Studium bzw. eine gute Ausbildung für die Zukunft des eigenen Kindes wesentlich. Ausgaben für Miete und andere Aufwendungen können da schon mal zwischen 35.000 und 60.000 Euro betragen. Auch wenn Großeltern dazu neigen eine Ausbildungsversicherung für ihr Enkel abzuschließen und das Kapital ebenfalls nach dem Ableben des Versicherungsnehmers an das Kind ausbezahlt wird, sind die Kosten bei Ausbildungsversicherungen enorm hoch.

Denn im Todesfall lassen sich derartige Versicherungen den Auszahlungsservice durch horrende Abschlussprovisionen vergüten. Ferner ist der Faktor Flexibilität äußerst gering: Wer vorzeitig kündigt, muss mich hohen Verlusten rechnen. Auch, was die Rendite angeht, kann die Ausbildungsversicherung nicht punkten, weshalb vom Abschluss einer Police abzuraten ist.

Tipps zur Geldanlage für Kinder

Beachte Sicherheit und Realzins

Natürlich sollte die Sicherheit bei der Investition fürs Kind im Vordergrund stehen. Damit die Anlage jedoch tatsächlich was bringt, muss die Rendite zumindest höher sein als die Inflation.

Fange früh an

Je früher man mit der Anlage beginnt, desto mehr profitiert man vom Zinseszinseffekt. Auch im Fall von renditestärkeren bzw. risikoreicheren Anlageformen macht sich ein langer Zeitraum bezahlt, denn, wie zuvor erwähnt, können dadurch Wertschwankungen ausgeglichen werden.

Ist es sinnvoll im Namen des Kindes zu investieren?

Steuerlich gesehen, bringt es Vorteile, wenn die Geldanlage auf den Namen des Kindes läuft, denn das Kind bezieht üblicherweise kein zusätzliches Einkommen. Außerdem sind in Österreich Schenkungen von bis zu 50.000 Euro jährlich nicht meldepflichtig. Beim Mündelgeld, dessen Gesamtwert 10.000 Euro übersteigt, muss vor dem Erwerb z:B. eines Mischfonds das Pflegschaftsgericht zur Rate gezogen werden.

Spare konsequent

Es macht sich bezahlt das Vermögen fürs Kind konstant aufzubauen und die Beträge regelmäßig einzuzahlen. Um dies zu gewährleisten, kann man einen Sparplan nutzen oder einen Dauerauftrag einrichten.

Schichte die Geldanlage rechtzeitig um

Damit das Geld nach der Vollendung des 18. Lebensjahres verfügbar ist, sollte die Investition frühzeitig auf ein sicheres Sparkonto umgeschichtet werden.

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