Begriffsindex

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Aktie

Als Aktie bezeichnet man den Bruchteil des Grundkapitals einer Aktiengesellschaft (AG). Die sog. Nennwertaktie lautet auf eine feste Summe von mindestens einem Euro, während die Stückaktie keinen bestimmten Nennbetrag ausweist, sondern am Grundkapital in jeweils gleichem Umfang beteiligt ist.

Prinzipiell ist die Aktie ein Wertpapier, welches eine Beteiligungsfinanzierung darstellt und das Mitgliedschaftsrecht des Aktionärs belegt. Hierbei überlässt das moderne Aktienrecht den Unternehmen die Entscheidung, ob sie alle Aktionäre gleich behandeln (Prinzip der Einheitsaktie) oder bestimmte Arten von Aktien an verschiedene Aktionäre ausgeben, welche nach Stimmrecht, Übertragbarkeit, Emissionszeitpunkt sowie Unternehmensanteil unterschieden werden.


Anleihen

Bei einer Anleihe wird ein Vertrag zwischen mehreren Zeichnern bzw. Anlegern und dem Emittenten bzw. Ausgeber aufgesetzt, welcher die Anleihe-Emission für eine vereinbarte Laufzeit und Verzinsung des eingesetzten Kapitals regelt. Die Zeichner sind somit Gläubiger des Emittenten und haben Anspruch auf Rückzahlung sowie Verzinsung des überlassenen Kapitals. Des Weiteren steht es dem Zeichner offen, die Anleihe bis zur gänzlichen Tilgung zu behalten oder sie bereits vorher zu veräußern.

Werden Wertpapiere bei der Emission verkauft, bezeichnet man dies als Primärmarkt. Das außerbörsliche Trading oder der Handel an den Märkten des Börsenunternehmens gelten als Sekundärmarkt.


Ausgabeaufschlag

Auch unter der Abkürzung Agio bekannt, versteht man unter dem Ausgabeaufschlag eine einmalige Gebühr, welche beim Kauf von Fondsanteilen verrechnet wird. Sie wird in der Regel als Prozentsatz angegeben und richtet sich nach dem Rücknahmepreis. Die Höhe des Ausgabeaufschlags wird von der Kapitalanlagegesellschaft festgelegt und bewegt sich zumeist zwischen 0% und 7%. Ausgabeaufschläge dienen prinzipiell der Vertriebskostendeckung und werden von unterschiedlichen Vermitteln bis zu 100% rabattiert angeboten.


Börsenindex

Als Börsenindex wird eine Messziffer bezeichnet, welche mehrere Finanztitel einer Gruppe zusammenfasst. An Börsenindizes kann nicht nur die Kursentwicklung bestimmter Wertpapiere abgelesen werden, sondern auch der Zustand des gesamten Marktes.

Man unterscheiden zwei Arten von Börsenindizes: den Kurs- und Performanceindex. Ersterer wird auch Preisindex genannt und aus den Kursen der einbezogenen Wertpapiere errechnet. Laufende Zinszahlungen oder jegliche Ausschüttungen bleiben dabei unberücksichtigt. Der Performanceindex hingegen bezieht Ausschüttungen mitein. Die Dividendenzahlungen werden also in die Wertpapiere der ausschüttenden Gesellschaft reinvestiert und erhöhen dadurch den Indexwert, woraus der erzielbare Erfolg des jeweiligen Wertpapiers erkannt werden kann.


Deflation

Als Gegenstück zur Inflation, beschreibt die Deflation einen andauernden Rückgang des gegenwärtigen Preisniveaus in einer Volkswirtschaft. Dies bedeutet, dass vieles billiger wird. Eine Deflation muss jedoch nicht zwingend alle Bereiche der Ökonomie, Waren oder Dienstleistungen betreffen. Tritt sie nur partiell auf, spricht man von einer Teildeflation. In diesem Fall können also die Energiepreise steigen, während die Grundstückspreise sinken.

Eine Deflation deutet auf ein gesamtwirtschaftliches Überangebot im Verhältnis zur Stockung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage hin. Einfacher ausgedrückt: die Massenkaufkraft lässt entscheidend nach. Üblicherweise tritt ein derartiges Szenario im Zusammenhang mit einer Depression, also einem Konjunkturtief, auf.


Derivat

Bei Derivaten handelt es sich um Finanzinstrumente, deren Wert sich vom Preis eines anderen Finanzinstruments, zum Beispiel Rohstoffen, Währungen, Aktien oder Zinsen, ableitet. Oft wird der Begriff auch als Sammelbezeichnung für Termingeschäfte verwendet.

Es handelt sich dabei um Verträge, in denen sich ein Investor gegenüber der Vertragspartei dazu verpflichtet, zu festgelegten Konditionen in der Zukunft einen Vermögensgegenstand zu verkaufen, kaufen oder zu tauschen. Derartige Geschäfte sind vor allem auf den Finanzmärkten im Rohstoffhandel beliebt und dienen der Absicherung künftiger Kosten bzw. Umsätze.

Es gibt viele Arten von Derivaten, wobei die Futures, Optionen, Swaps und Zertifikate zu den gängigsten zählen.


Diversifikation

Unter Diversifikation versteht man die Vermögensstreuung auf mehrere Anlageobjekte, um einerseits Wachstum zu sichern, andererseits Risiko auszugleichen. Insbesondere im Bereich der Vermögensbildung, wird sie zur Reduktion des unsystematischen Portfoliorisikos eingesetzt. In der Regel gilt: Je mehr Wertpapiere ein Portfolio umfasst, desto risikoärmer und renditeoptimaler ist es.


ETF

Das Akronym steht für exchange-traded fund – einen Investmentfonds, der nicht über die emittierende Investmentgesellschaft, sondern über die Börse am Sekundärmarkt erworben und verkauft wird.

Bei den meisten börsengetradeten Fonds handelt es sich um passiv verwaltete Indexfonds. Sie bilden einen Index, beispielsweise den ATX, 1:1 nach und ermöglichen es, in einen ganzen Markt kostengünstig zu investieren, ohne Einzelaktien erwerben zu müssen. Mit ETFs kann man jedoch auch in andere Anlageklassen investieren, weshalb sie optimale Bausteine für die private Geldanlage darstellen.


Fondsmanager

Als professionelle Vermögensverwalter haben Fondsmanager die Aufgabe das von Anlegern insbesondere in Aktien-, Geldmarkt, Renten, Immobilien, Misch- oder Dachfonds investierte Vermögen professionell zu verwalten und es überdurchschnittlich zu vermehren. Ihre Leistungen werden dabei fast immer an einer Benchmark gemessen. Sie entscheiden darüber, in welche Kapitalanlagen ein Fonds investiert und sind bestrebt, das ihnen anvertraute Anlagevermögen bestmöglich rentabel anzulegen. Ob der Fonds nun eine gute Weiterentwicklung aufweist und seine Anleger zufriedenstellt oder schwach performt, ist vom Fondsmanager abhängig.


Goldmünze

Die Goldmünze ist ein 2005 in der Slowakei ins Leben gerufener Wettbewerb, bei welchem die Finanzprodukte unterschiedlicher Anbieter unter verschiedenen Gesichtspunkten miteinander verglichen werden. Diese Idee wurde auch von Österreich adaptiert, und der Goldmünze-Wettbewerb in den Jahren 2012 bis 2014 durchgeführt. Langfristig konnte er sich hierzulande jedoch nicht durchsetzen.


Hedgefonds

Obwohl hedge aus dem Englischen übersetzt “absichern” bedeutet, sind Hedgefonds für den Anleger in Wirklichkeit hochriskant. Denn als aktiv verwaltete Investmentfonds, wollen sie überdurchschnittliche Rendite durch das Eingehen hoher Risiken erzielen.

Innerhalb der Investmentfonds stellen die Hedgefonds eine in hohem Maße heterogene Gruppe dar. Sie utilisieren unterschiedliche Anlagestrategien und setzen diese mithilfe einer breiten Paletten an Finanzinstrumenten, wie etwa Leerverkäufen, Derivaten, Arbitragetechniken oder Hebelungen, durch.

Manche Hedgefonds greifen auf die Fremdfinanzierung zurück, um eine höhere Eigenkapitalrendite durch den Leverage-Effekt zu erwirtschaften. Zu den bekanntesten Hedgefonds gehören unter anderem diejenigen von Ray Dalios’ Bridgewater Associates, die Quantum Funds von George Soros oder etwa die der Man Group.


Indexfonds

Während bei herkömmlichen Aktienfonds die Investments vom Fondsmanagement kontinuierlich überwacht und durch Alternativen substituiert werden, handelt es sich bei Indexfonds um passiv gemanagte Fonds. Der Fonds bildet einen bestimmten Börsenindex, zum Beispiel Dow Jones, DAX 30 oder Industrial Average, möglichst exakt nach. Der Fondsmanager greift nur dann ein, wenn in der Index-Zusammensetzung Veränderungen auftreten.

Indexfonds halten nicht zwingend alle dem Index zugrunde liegenden Wertpapiere im Portfolio, sondern nutzen auch Derivate oder mischen Index-fremde Aktien bei. In welchem Ausmaß solche Abweichungen erlaubt sind, ist aus dem entsprechenden Fondsprospekt ersichtlich.

Der größte Teil der Indexfonds wird in Form sogenannter ETFs – Exchange-Traded Funds, die direkt über die Börse gehandelt werden – angeboten. Es gibt jedoch auch Indexfonds, die als konventionelle Fonds aufgelegt wurden.

Inflation

Von einer Inflation spricht man dann, wenn das allgemeine Preisniveau steigt, d.h. die Produkte am Markt teurer werden und damit der entsprechende Geldwert sinkt. Bei der Berechnung werden diejenigen Produkte und deren Preisentwicklung stärker gewichtet, die der durchschnittliche Verbraucher öfters oder regelmäßig konsumiert, also beispielsweise Nahrungsmittel, Strom, etc. Spezielle Luxusartikel oder Güter wie Briefmarken, welche für die Volkswirtschaft eher irrelevanter sind, fallen dabei weniger ins Gewicht.

Prinzipiell ist eine leichte Teuerung ausdrücklich erwünscht, weshalb es auch Aufgabe der Europäischen Zentralbank ist, die Inflationsrate unter, aber dennoch nahe 2 % zu halten. Die gegenteilige Deflation hingegen, deutet auf eine Absatzkrise hin, bei welcher das Preisniveau für Güter und Dienstleistungen zurückgeht, da das gesamtwirtschaftliche Angebot die Nachfrage übersteigt.


Kryptowährung

Auch als Kryptogeld bezeichnet, sind Kryptowährungen digitale Zahlungsmittel. Sie basieren auf kryptographischen Tools wie digitalen Signaturen und Blockchains. Als Zahlungssystem sollen sie sicher, unabhängig und verteilt sein. Ob sie tatsächlich als Währung definiert werden können, ist umstritten. 2009 wurde der Bitcoin als allererste Kryptowährung öffentlich getradet. Mittlerweile sind mehr als 4.500 Kryptowährungen – darunter Dash, Litecoin oder Monero – in Verwendung, circa 1.000 davon erzielen einen Tageshandelsumsatz von 10.000 US-Dollar. Seit der Einführung des staatlichen venezolanischen Petro 2018 werden Kryptowährungen nicht mehr ausschließlich privat geschöpft.


Liquidität

Der Begriff Liquidität leitet sich vom lateinischen Wort liquidus für “flüssig” ab und bezeichnet im Allgemeinen die Fähigkeit, im Markt ein Bedarfsgut schnell gegen Geld oder Zahlungsmittel zu tauschen. Gesamtwirtschaftlich gesehen, ermöglicht Liquidität den Kreislauf von Gütern und Nutzleistungen, verschafft die Verfügungsmacht über knappe Güter und bedeutet ebenso, dass genügend Zahlungsmittel verfügbar sind.

Im engeren Sinne spricht man von der Liquidität eines Marktes, der Liquidierbarkeit von Anlagevermögen, Liquidität im Bezug auf eine Geldmenge sowie auf den freien Kapitalverkehr.


Option

Als Option wird in der Ökonomie das Recht bezeichnet, eine bestimmte Sache zu einem späteren Zeitpunkt zu einem im Vorhinein fixierten Preis zu erwerben oder zu veräußern. Aus diesem Grund werden Optionen auch als bedingte Termingeschäfte belabelt und als Derivate kategorisiert. Der Optionsinhaber, welcher die Option zu einem spezifischen Preis vom Optionsverkäufer erworben hat, fällt einseitig die Entscheidung, ob er die Option gegen den Optionsverkäufer verfallen lässt oder ausübt.

Der Großteil des weltweiten Optionshandels findet an speziellen Terminbörsen wie etwa der EUREX in Europa oder der Chicago Board Options Exchange in den USA statt.


Portfolio

Im Allgemeinen bezeichnet man sämtliche Wertgegenstände, die sich im Besitz einer Person oder eines Unternehmens befinden, als Portfolio oder auch Portefeuille. Zumeist setzt sich dieses aus Wertpapieren zusammen, kann aber durchaus auch Grundbesitz oder Immobilien enthalten.

Im Kontext der Investmentfonds meint Portfolio die Zusammensetzung eines Depots bzw. die Summe unterschiedlicher Assetklassen wie etwa Aktien, Anleihen, Derivate etc. Das Ziel des Wertpapier-Portfolios besteht beispielsweise darin, bei einem gegebenen Anlagebetrag und bestimmter Risikoklasse den Gesamtgewinn für den Anleger zu steigern. Es geht dabei also um gezielte Auswahl von Assetklassen und Wertpapieren, um ein akzeptiertes Risiko mit einer möglichst hohen Renditeerwartung oder auch eine angestrebte Renditeerwartung bei möglichst minimalem Risiko zu erreichen.


Rendite

Als Rendite wird grundsätzlich der Ertrag einer Geldanlage bezeichnet, welcher innerhalb eines Jahres erwirtschaftet wird. Sie dient somit der Erfolgsmessung von Kapitalanlagen. Die Rendite kann sich sowohl auf den Zinsertrag einer Sparanlage beziehen als auch auf Dividendenzahlungen aus Aktien oder die laufende Verzinsung von Wertpapieren.

Werden sämtliche Kapitalanlagekosten in die Gewinnrechnung miteinbezogen, spricht man von Bruttorendite bzw. Effektivverzinsung. Nettorendite hingegen nimmt Bezug auf den reinen Kurs- oder Zinsgewinn. Die Angabe der Rendite erfolgt immer in Prozent und ist im Verhältnis zum eingesetzten Kapital zu sehen.

Im weiteren Sinne kann der Begriff ebenso als Mittel zur Erfolgsmessung einer direkten Beteiligung in Form von Immobilien, Rohstoffen oder eigener Arbeit verstanden werden. Man ermittelt am Ende der Wertschöpfungskette den Ertrag, woraus sich dann die Rendite berechnen lässt.


Tagesgeldkonto

Ein Tagesgeldkonto ist ein verzinstes Konto ohne fixe Laufzeit, welches ausschließlich als Geldanlage gedacht ist. Der Kontoinhaber kann zwar täglich über dessen Guthaben in beliebiger Höhe verfügen, darf jedoch einen bestimmten Mindestbetrag des Guthabens nicht überschreiten.

In bestimmten Zeitabständen – ob nun zum Quartalsende oder Jahresultimo – werden Habenzinsen gutgeschrieben. Die Höhe des Zinssatzes ist nicht für einen bestimmten Zeitraum festgeschrieben, sondern variiert je nach Marktentwicklung. Als reines Guthabenkonto darf das Tagesgeldkonto nicht überzogen werden und ist auch nicht für den üblichen Zahlungsverkehr vorgesehen.


Wertpapier

In derselben Weise wie eine Urkunde der Sichtbarmachung und als Nachweis eines Rechtes dient, verbrieft auch ein Wertpapier das Vermögensrecht eines Inhabers gegenüber dem Schuldner, welches nur gegen Vorlage dieses Wertpapiers geltend gemacht werden kann. Der Inhaber hat ebenso die Möglichkeit seine Vermögensrechte auf andere zu übertragen, beispielsweise in Form einer Veräußerung oder Schenkung.

Im Zeitalter der IT-gestützten Buchführung gelten Urkunden zwar als veraltet, werden aber noch immer aufgrund der historisch gewachsenen Rechtsgrundlage gefordert. Aktuell gehören Aktien und Anleihen zu den beliebtesten börsengehandelten Wertpapieren.


Zentralbank

Ebenso unter den Bezeichnungen Nationalbank, Notenbank, zentrale Notenbank oder Zentralnotenbank geläufig, ist die Zentralbank für die Geld- und Währungspolitik eines Staates oder eines Währungsraums zuständig. Zu ihren Hauptaufgaben gehört die Wahrung der Geldwert- und Preisniveaustabilität. Daneben werden weitere gesamtwirtschaftliche Ziele, wie etwa Wirtschaftswachstum, Wechselkurs- oder Konjunkturstabilität verfolgt.

Zentralbanken geben Banknoten aus und bringen sie in Umlauf. Zudem refinanzieren sie Geschäftsbanken sowie den Staat und halten die Währungsreserve eines Währungsraums. Sie bedienen sich dabei einer Reihe von Instrumentarien, hauptsächlich der Steuerung der Geldmengen sowie der Zinshöhe.

Inwieweit eine Zentralbank von anderen staatlichen Institutionen abhängt, richtet sich nach den politischen und ökonomischen Verhältnissen des jeweiligen Landes. Da es sowohl nationale als auch supranationale Währungsräume gibt, sind Zentralbanken dementsprechend entweder auf nationaler Ebene (z.B. Bank of England) oder supranationaler Ebene (z.B. Europäische Zentralbank) tätig.


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